FAQ
1. Fahren
a – Wie lenkt man das TWIKE?
Das TWIKE hat kein Lenkrad wie ein herkömmliches Auto, sondern wird per Joystick (Sidestick oder Lenkhebel) mit der rechten Hand gesteuert. In dem Steuerhebel sind die Taster für die Beschleunigung und die elektrische Bremse (Rekuperation), sowie für die Blinker integriert. Das Lenken ist kinderleicht: in die Richtung, in die man fahren will, bewegt man den Joystick. Ein weiterer Vorteil dieser einmaligen Steuerung: Das Gefühl von Freiheit und Weite stellt sich schon beim Einsteigen ein.
b – Wie funktioniert der Tempomat?
Durch kurzes Antippen der Beschleunigungstaste kann man den Tempomaten auf die aktuell gefahrene Geschwindigkeit einstellen. Bei freier Strecke kann man z.B. beim TWIKE Active die Geschwindigkeit optimal an die gewünschte Tretfrequenz anpassen. Ab der Software-Version 5.35 kann man den Fahrstrom für den Tempomat separat einstellen, sodass auch bei mittleren Steigungen die eingestellte Geschwindigkeit konstant gehalten wird.
c – Kann man die Bremsenergie wiedergewinnen?
Das TWIKE gewinnt die Energie, die zum Bremsen benötigt wird, durch die elektrische Bremse (Rekuperation) zurück und speist sie in die Batterien ein. Es kann in zwei Stufen rekuperiert werden. Durch kurzes Antippen der Bremstaste wird der Bremstempomat aktiviert.
Bei steilen Gebirgspässen können bei der Talfahrt bis zu fünfzig Prozent der bei der Bergfahrt eingesetzten Energie zurückgewonnen werden. Es empfiehlt sich daher auch nicht, oben am Berg die Batterien voll zu laden, denn dann können sie bei der Talfahrt keine Energie mehr aufnehmen, so dass die elektrische Bremse nicht mehr einsatzfähig ist. Man muss dann, wie bei einem herkömmlichen Auto, mechanisch mit den üblichen Energieverlusten abbremsen. Das heißt: Auch wenn oben am Berg die Batterie-Warnlampe signalisiert, dass ein baldiges Laden notwendig ist, sollte man bei einer zu erwartenden steilen Abfahrt die Ladung auf die Talstation verschieben.
Das TWIKE ist nicht nur mit der elektrischen, sondern auch mit einer mechanischen Bremse (hydraulische Zweikreis-Bremsanlage) ausgestattet, die vergleichbar ist mit der Fußbremse eines Autos.
2. Pedalantrieb
a – Wird beim Pedalbetrieb die Batterie geladen?
Mit den Pedalen kann man den Motor mechanisch unterstützen und sich gleichzeitig fit halten. Die Kraft, mit der man in die Pedale tritt, wird über eine Kette direkt auf die Hinterachse übertragen. Die Batterie wird durch das Pedalieren nicht geladen. Die Energie, die man dabei aufbringt, muss der Motor für den Fahrbetrieb nicht aus den Batterien ziehen. Man schont durch den Pedalbetrieb die Energiereserven in den Batterien und erhöht somit die Reichweite des TWIKE.
Durchschnittlich kann man als „normaltrainierter“ Fahrer eine Leistung von 100 bis 200 W beim Pedalieren bereitstellen. Das entspricht bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h etwa 10-20 % des Gesamtenergiebedarfs.
Bergab und in der Ebene kann man auch nur mit Muskelkraft fahren (ca. 20 km/h). Der Pedalantrieb ist dazu gedacht, den Motor zu unterstützen, jedoch nicht als alleinige Antriebsquelle des TWIKE.
b – Was ist der Unterschied zwischen einem TWIKE Active und einem TWIKE Easy?
Das TWIKE Active ist die „Urversion“ des TWIKE mit Pedalunterstützung. Wer jedoch genau weiß, dass bei ihm die Pedalerie beim Fahren nicht genutzt werden wird, kann sich ein TWIKE Easy zulegen, das ausschließlich elektrisch betrieben wird.
Mehr dazu unter TWIKE Modelle/ Active bzw. Easy.
c – Worin liegt der Nutzen des Pedalantriebes?
Durch das Pedalieren wird die Gesamtreichweite des TWIKE erhöht und der Energieverbrauch gesenkt. Dadurch nimmt auch die Nutzungsdauer der Batterien zu, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit des TWIKE auswirkt.
Durch das Pedalieren wird die Beinmuskulatur schonend trainiert, allgemeine Ausdauer und Fitness nehmen zu. Das Herz-Kreislaufsystem und somit der gesamte Organismus werden angeregt. Dadurch wird auch das Immunsystem gestärkt.
Siehe auch unter Technik/Hybridantrieb oder Modelle/ TWIKE Active.
3. Batterien
a – Wie groß ist die Reichweite eines TWIKE?
Je nach Fahrstil und Batterie-Ausstattung kann man mit dem TWIKE Strecken bis zu 150 km ohne Zwischenladung zurücklegen. (siehe auch www.twike.de / Technik / Akku) Der Bordcomputer informiert den Fahrer über die verbleibende Restreichweite. Eine Warnlampe leuchtet auf, wenn die Batteriekapazität nur noch für eine kurze Wegstrecke ausreicht und baldiges Laden notwendig wird. Entscheidend ist, dass die Batterien schnellladefähig sind, so dass das TWIKE bald wieder fahrbereit ist.
Wer sich für ein TWIKE Active entscheidet, kann sich während der Fahrt sportlich betätigen und die Reichweite – bei einem Fahrer – um etwa 5-20% erhöhen.
Bei längeren Strecken muss man die Zeit, die für das Nachladen der Batterien benötigt wird, in die Reisezeit mit einkalkulieren. Je nach Batteriekapazität beträgt die Ladezeit 1,5 – 3 Stunden (siehe auch „Wie werden die Batterien des TWIKE geladen?“)
Die Tagesreichweite, d.h. die Strecke, die man mit einem TWIKE an einem Tag zurücklegen kann, beträgt zwischen 300 bis 400km.
Mit dem TWIKE wurden schon Fahrten von der Schweiz bis zum Nordkap oder von den Donauquellen im Schwarzwald bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer mit mehreren TWIKE zurückgelegt. Für die Strecke entlang der Donau mit ca. 3.000 km benötigten die sechs TWIKE im Sommer 2005 elf Tage.
b – Wie werden die Batterien des TWIKE geladen?
Das TWIKE kann an jeder normalen Steckdose geladen werden. Einfach einstecken, wie eine Espressomaschine. Den Ladevorgang steuert der Bordcomputer. (siehe auch www.twike.de / Technik / Ladesteuerung)
Braucht man unterwegs frischen Strom, fragt man beispielsweise an einer normalen Tankstelle, in Cafes oder Restaurants, ob man für eine gute Stunde das TWIKE an eine Steckdose anschließen kann. Pro Minute tankt das TWIKE Strom für einen Kilometer. In ein bis drei Stunden (je nach Akkutyp) ist die Batterie wieder voll. Eine Vollladung kostet etwa 1€.
Darüber hinaus gibt es „Park& Charge“ Tankstellen. Mit einem speziellen Schlüssel gelangt man an die Steckdosen, die im Inneren der meist gelben Kästen geschützt installiert sind. Für die „Park& Charge“ Tankstellen existiert ein Standortverzeichnis für Deutschland und die Schweiz.
c – Welche Batteriearten werden beim TWIKE eingesetzt?
Im TWIKE werden serienmäßig Nickel-Cadmium (NiCd)-Akkus eingesetzt. Diese bieten derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr zum Nickel-Cadmium-Akku unter Technik/Akku.
Die Nickel-Metallhydrid (NiMh)-Akkus haben eine um ca. 30 % höhere Energiedichte als die NiCd- Akkus, und würden sich daher für größere Reichweiten (80 bis 130km) eignen. Allerdings hat auch dieser Batterietyp mit einem Memoryeffekt zu tun, dem so genannten Lasy Batterie Effekt. Die Qualität der Nickel-Metallhydrid-Zellen entspricht jedoch nicht den Anforderungen im TWIKE. Daher werden sie nicht mehr im TWIKE eingesetzt.
Lithium-Ionen-Batterien (LiIon) haben ein geringes Gewicht bei hoher Energiedichte und erzielen damit eine hohe Reichweite bei Leichtelektromobilen wie dem TWIKE. Sie haben eine geringe Selbstentladung und keinen Memory-Effekt. Diese Eigenschaften ermöglichen ein einfaches, benutzerfreundliches Lademanagement. Wir betrachten die Lithium-Ionen-Batterie als die Batterietechnologie der Zukunft, da sie die positiven Eigenschaften aller bekannten Batterietypen vereint.
Bleibatterien sind zwar in der Anschaffung günstig und ohne Memory-Effekt, werden im TWIKE aber aus folgenden Gründen nicht eingesetzt: Im Vergleich zu ihrer Leistung haben sie ein hohes Gewicht. Die Ladezeit von Bleibatterien übersteigt die der eingesetzten NiCd-Akkus deutlich und sie reagieren sehr empfindlich auf niedrige Temperaturen bzw. wenn man die Batterien leer fährt. Darüber hinaus ist die Lebensdauer der Bleibatterien deutlich niedriger als die eingesetzten NiCd-Batterien. Daher sind auch große Bleibatterien, wie sie beispielsweise in LKW eingestzt werden, für den Betrieb im TWIKE ungeeignet.
d – Wie hoch ist die Lebensdauer der Batterien?
Erfahrungsgemäß halten die verwendeten Nickel-Cadmium-Zellen unter normalen Bedingungen zwischen vier und sechs Jahren oder eine Anzahl von 1.000 bis 1.500 Ladezyklen, je nachdem welcher Fall zuerst eintritt. Rechnerisch ergibt das eine Lebensdauer von 40.000 bis 75.000 km. In der Praxis können jedoch auch Abweichungen auftreten.
Die Lebensdauer dieser Batterien kann durch den Einsatz der als Zubehör angebotenen Entladelogik innerhalb dieses Rahmens erhöht werden, da die Batterien durch die geregelte Entladung eine optimale Kapazität für den Fahrbetrieb und zum Laden zur Verfügung stellen.
Für Nickel-Metallhydrid-Zellen wird von einer spürbar geringeren Lebenserwartung ausgegangen: 700 Ladezyklen werden in 2 bis 4 Jahren zu erwarten sein. Außerdem ist mit einer kontinuierlichen Abnahme der Kapazität pro Jahr zu rechnen. Die Nickel-Metall-Hydrid-Batterien konnten die qualitativen Anforderungen im TWIKE nicht erfüllen und werden daher nicht mehr im TWIKE eingesetzt.
Bei der Lithium-Mangan-Zelle gibt es eine zeitliche Alterung bzw. Kapazitätsabnahme, jedoch noch keine Erfahrungen über die geschätzten 6 bis 10 Jahre Lebensdauer.
e – Können die TWIKE-Batterien vollständig recycelt werden?
1998 trat die Batterieverordnung (Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren – BattV) in Kraft. Sie wird seitdem regelmäßig überarbeitet und an die neuesten Umweltvorschriften der Eu angepasst. Diese Novellierungen betreffen auch das Verbot des Inverkehrbringens von Batterien, die definierte Quecksilber-, Cadmium- oder Bleigehalte überschreiten.
Dies ist grundsätzlich sinnvoll, da diese Haushaltsbatterien nur mit einer geringen Rücklaufquote von unter drei Prozent dem Recycling zugeführt wurden.
Im Fahrzeugbereich dürfen NiCd-Akkus als Traktionsbatterie jedoch nach wie vor eingesetzt werden, da die Rücklaufquote für das Batterierecycling bei über 99 Prozent liegt.
Wir führen Ihre gebrauchten TWIKE Akku bei der Erneuerung oder Umrüstung Ihres Akkusystems gesammelt dem Recycling zu.
Hier wird folgendermaßen verfahren:
NiCd-Batterien
In der Regel wird das Cadmium im Vakuum oder in einer inerten Atmosphäre abdestilliert und das zurückbleibende Stahl-Nickel-Gemisch zur Stahlerzeugung weitergegeben. Das Cadmium findet in der Regel
Verwendung bei der Herstellung neuer NiCd-Batterien.
NiMH-Batterien
Hier liegt der Verfahrensschwerpunkt auf der Wiedergewinnung des Nickels. Wegen der möglichen Wasserstofffreisetzung bei der Zerkleinerung der NiMH-Batterien muss die Verarbeitung in einer überwachten Atmosphäre stattfinden. Nach Separation der enthaltenen Kunststoffe liegt ein hoch nickelhaltiges Produkt vor, das als wichtiger Legierungsbestandteil bei der Stahlproduktion verwendet wird.
Lithium-Batterien
GRS Batterien lässt lithium-Primärsysteme (limno2 ) über ein vakuumdestillatives Verfahren wiederverwerten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Wiedergewinnung von nickelhaltigem Eisen und Ferromangan.
Lithium dient dem Prozess als Reduktionsmittel. Das Recycling der wiederaufladbaren Lithium-Systeme (Li-Ion bzw. Li-Polymer) erfolgt ebenfalls metallurgisch, insbesondere zur Wiedergewinnung von Kobalt, Nickel und Kupfer.
Im Übrigen stammt die Cadmium-Belastung des Menschen lediglich zu 0,03% aus Batterien. Düngemittel, Farbstoffe und co sind die weitaus größeren Belastungsquellen.
Weitere Informationen zum Recycling finden Sie auf der Website der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS Batterien): http://www.grs-batterien.de/
f – Weshalb wird im TWIKE keine Brennstoffzelle eingesetzt?
Die Brennstoffzelle setzt Energie, die in einem Gas, z.B. Wasserstoff oder Methan, gebunden ist, in elektrische Energie um. Dadurch ist die Brennstoffzelle im Grunde genommen ideal dafür geeignet ist, in Elektrofahrzeugen angewendet zu werden. Derzeit befindet sich allerdings noch kein serienreifes Brennstoffzellen-System (Zelle + Gastank) zu einem akzeptablen Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt, das sich im Leistungsbereich des TWIKE befindet.
4. Einsatzbereiche
a – Ist das TWIKE eher für den Einsatz in der Stadt oder auf dem Land gedacht?
Das TWIKE ist für den Einsatz im normalen Alltag und für Urlaubsfahrten konzipiert. Während in Städten durch öffentliche Nahverkehrsmittel meist ein zufriedenstellendes Angebot für die eigene Mobilität besteht, ist man auf dem Land häufig darauf angewiesen, ein eigenes Fahrzeug für die notwendigen Fahrten zu verwenden. Für diese typischen Kurzstrecken ist das TWIKE bestens geeignet. Manch ein Kunde hat sich gerade wegen dieser Kurzstreckenfahrten ein TWIKE zugelegt, weil der Elektromotor im Vergleich zum Verbrennungs-KFZ wesentlich effizienter arbeitet. Während Verbrennungsmotoren bei den auf Kurzstreckenfahrten herrschenden niedrigen Betriebstemperaturen einen schlechten Wirkungsgrad haben, hohe Abgaswerte verursachen und darüber hinaus noch einer hohen Abnutzung unterworfen sind, stellt der Elektomotor temperaturunabhängig seine optimale Leistung zur Verfügung.
b – Arbeitsweg
Das TWIKE ist hervorragend dafür geeignet, den täglichen Weg zur Arbeit bis zu einer einfachen Strecke von etwa 60 km zurückzulegen. Falls die Batteriekapazität für Hin- und Rückweg nicht ausreicht, werden die Akkus während der Arbeitszeit wieder geladen. Mit etwa 0,20 – 0,30 € je zurückgelegtem Kilometer (Vollkostenrechnung) ist das TWIKE ein vergleichsweise günstiges Pendlerfahrzeug. Die Energiekosten betragen bei einem jährlichen Arbeitsweg von 10.000 km gerade einmal 100,- €.
Wer mit dem TWIKE Active zur Arbeit fährt, absolviert nebenbei gleichzeitig sein Fittness-Programm.
c – Darf man mit dem TWIKE auch auf der Autobahn fahren?
Die Geschwindigkeit, auf die ein Fahrzeug mindestens zugelassen sein muss, um auf der Autobahn fahren zu dürfen, beträgt 60 km/h. Mit seiner zugelassen Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h liegt das TWIKE über dieser Grenze und darf somit auf der Autobahn gefahren werden.
Allerdings sind Autobahnfahrten nicht unbedingt empfehlenswert, da die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den meisten Autobahnen deutlich höher liegt als die Endgeschwindigkeit des TWIKE und bei hohen Geschwindigkeiten der Energieverbrauch deutlich ansteigt und die Reichweite somit stark verringert wird. Auf Stadtautobahnen mit begrenzter Geschwindigkeit kann man ohne Probleme mithalten.
d – Können im TWIKE auch große Menschen mitfahren?
Der größte TWIKE-Fahrer ist über zwei Meter groß und auch relativ schwer. In gewissem Umfang läßt sich das TWIKE auf die Körpergröße von Fahrer und Beifahrer auch außerhalb der Serieneinstellung gut anpassen.
e – Wieviel Gepäck kann man in ein TWIKE einladen?
Der Stauraum beträgt ca. 250 Liter. Im Allgemeinen lassen sich der Wocheneinkauf und einige Getränkekisten gut hinter den Sitzen im dafür vorgesehenen Stauraum transportieren. Zum Ein- und Ausladen werden die Sitze nach vorne geklappt, da das Heckteil wegen der Leichtbauweise des TWIKEs fest montiert und geschlossen ist. Wie viel genau dort Platz findet, hängt auch von der Einstellung der Sitze, also von der Beinlänge von Fahrer und Beifahrer ab. Wenn man den Beifahrersitz entnimmt (ein Steckbolzen) lassen sich auch längere Teile transportieren. Im Internet ist auf der Seite www.twiketours.ch eindrucksvoll dargestellt, wieviel Gepäck in ein TWIKE hineinpasst.
f – Darf man Kindersitze im Fond des TWIKE einbauen?
Das TWIKE ist als Zweisitzer für zwei Personen konzipiert und zugelassen. Das Anbringen weiterer Sitze ist für uns als Hersteller zulassungsrechtlich nicht erlaubt. (Rechtliche Grundlage: Man darf soviel Personen mitnehmen, wie geeignete Sitzmöglichkeiten bestehen und das zulässige Gesamtgewicht es ermöglichen. Ein Besitzer darf sich Kindersitze montieren. Bitte beim TÜV vorfahren.)
5. Das TWIKE im Winter
a – Kann man mit dem TWIKE im Winter fahren?
Das TWIKE eignet sich sehr gut für Fahrten auf Schnee und auch auf Eis. Durch den Antrieb mit einem Drehstrommotor und aufgrund der schmalen Reifen ist der „Grip“ auf der verschneiten Fahrbahn sehr gut – sowohl beim Beschleunigen als auch beim elektrischen Bremsen. Die “weiche” Schneehöhe sollte jedoch nicht mehr als die Bodenfreiheit betragen.
Die technische Erklärung für den Grip ist folgende: Der Drehstromasynchronmotor beschleunigt das Fahrzeug indem er die Motordrehzahl um einen festen Wert pro Zeiteinheit erhöht, begrenzt auf eine maximale Stromaufnahme. Dieser Regelmechanismus, welcher in gleicher Weise beim Rekuperieren (elektrisches Bremsen) wirkt, verhindert ein wahlloses Durchdrehen der Antriebsräder und erhält somit die Traktionsfähigkeit des Fahrzeugs. Somit hat das TWIKE automatisch eine Art „Anti-Schlupf-Regelung“ und „ABS“ beim elektrischen Bremsen. Traktion auf Eis ist eine Königsdisziplin des TWIKE.
b – Gibt es für das TWIKE auch Winterreifen?
Für das TWIKE gibt es keine speziellen Winterreifen. Der Gesetzgeber schreibt den Einsatz von Winterreifen in der Straßenverkehrsordnung nicht vor. Der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass ein Fahrzeug den Witterungsbedingungen entsprechende Bereifung aufweisen muss. Dies ist gegeben, wenn man vor dem Winter auf das TWIKE neue Pneus (z.B. den Maloya Grip) aufziehen lässt, denn dann hat man bei Fahrten im Schnee das volle Profil zur Verfügung.
c – Hat das TWIKE eine Heizung?
Der Innenraum ist in der Serienversion nicht speziell geheizt. Die Einstiegshaube mit ihren großen Windschutzscheiben und dem Verdeck schützen die Insassen des TWIKE vor Wind und Wetter. Die intelligente Kombination der großen Scheiben mit dem schwarzen Verdeck bewirkt schon bei schwacher Sonneneinstrahlung, dass der Innenraum des TWIKE auf angenehme Temperaturen erwärmt wird. Die beiden standardmässig eingebauten elektrischen Warmluftgebläse sollen lediglich die Frontscheibe von Beschlag und Eis befreien. Beim TWIKE Active haben die Piloten die Möglichkeit, sich mit Pedalieren warm zu halten. Wem das nicht ausreicht, kann per Standheizung den Innenraum auf höhere Temperaturen bringen.
d – Wie beeinflussen niedrige Temperaturen die Batterieleistung?
Die Stromentnahme bereitet bei den Nickel-Cadmium-Akkumulatoren bei niedrigen Temperaturen fast keine Einschränkungen. Da sich die Batterien bei Betrieb leicht erwärmen, stellt man bei „normalen“ Winterverhältnissen auch kaum Einbußen bei der Kapazität fest. Extrem niedrige Dauertemperaturen von -10°C und darunter verringern die Reichweite des TWIKE um ca. 5 – 10%.
Die Batterie kann ab einer Batterietemperatur von 0°C normal geladen werden. Sinkt die Batterietemperatur darunter, erfolgt die Ladung nur mit minimierter Leistung. In der Regel erreicht die Batterie durch das regelmäßige Erwärmen beim Fahren und Laden selten eine Temperatur unter 0°C.
In der Praxis lädt man die Batterie bei extrem kalten Temperaturen sofort nach dem Fahren, wenn die Batterien noch warm sind. Bei zu kalten Batterien fährt man eine kurze Strecke, die Batterie erwärmt sich und man kann wie gewohnt schnell laden.
6. Sicherheit
a – Wie ist der Fahrer bei einem Unfall geschützt?
Die gesamte Fahrgastzelle ist von einem Aluspaceframe umgeben, der Aufprallkräfte bis zu einem gewissen Grad aufnehmen kann. Das TWIKE verfügt serienmäßig über Dreipunktgurte für Fahrer und Beifahrer, sowie über einen Überrollbügel. Mehr dazu auch unter Technik/Spaceframe.
Hohe Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen im normalen Straßenverkehr. Mit dem TWIKE wird im Schnitt deutlich langsamer gefahren. Bei einem leichten Zusammenstoß wird das TWIKE aufgrund seines geringen Eigengewichts eher weg geschoben.
Das TWIKE ist sehr wendig. Somit liegt ein weiterer Sicherheitsaspekt in der Möglichkeit des raschen Ausweichens.
Der wichtigste Sicherheitsaspekt ist auf jeden Fall der Fahrer selbst, der durch eine umsichtige, vorausschauende Fahrweise Gefahrenpotenziale rechtzeitig erkennt und darauf reagiert. Das TWIKE ist so sicher und unsicher wie ein Motorrad.
7. Zulassung
a – Muss man mit dem TWIKE zum TÜV?
In Deutschland muß das TWIKE alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden. Am Besten verbindet man den Termin der HU mit einem Jahresservice. Das hat den Vorteil, dass das TWIKE vor der HU noch einmal gründlich durchgecheckt wird und Mängel schon im Vorfeld behoben werden. Außerdem hat der Prüfer, der in Kontakt mit der TWIKE Werkstatt steht, mehr Erfahrung im Umgang mit dem TWIKE.
In der Schweiz müssen Neufahrzeuge nach 5 Jahren zum ersten Mal zum Strassenverkehrsamt. Danach folgen Kontrollen im 2-Jahresabstand.
b – Welchen Führerschein benötigt man, um ein TWIKE fahren zu dürfen?
In Deutschland braucht man einen Führerschein der Klasse B, früher 3. Wenn man das TWIKE auf 45 km/h drosseln läßt, kann man es auch mit einem Führerschein der Klasse S fahren.
In der Schweiz gilt das TWIKE als dreirädriges Motorrad, hier benötigen Sie einen Führerschein der Klasse A oder B.
c – Auf welchen Straßen darf man mit dem TWIKE fahren?
Das TWIKE ist in Deutschland als dreirädriges KFZ und in der Schweiz als dreirädriges Motorrad zugelassen und wird somit auf der Straße gefahren. Das Fahren auf Radwegen ist nicht zulässig. Bauartbedingt darf das TWIKE auch auf der Autobahn gefahren werden.
d – Welche Feinstaubplakette ist für das TWIKE notwendig oder vorgesehen?
Das TWIKE benötigt keine Feinstaubplakette, könnte aber mit einer grünen Feinstaubplakette ausgestattet werden. Einen Auszug aus dem Gesetzestext finden Sie hier:
Auf Seite 2224, letzter Absatz: “Kraftfahrzeuge mit Antrieb ohne Verbrennungsmotor (z.B. Elektromotor, Brennstoffzellenfahrzeuge) werden der Schadstoffgruppe 4 zugeordnet.”(Schadstoffgruppe 4 heißt: grüne Plakette)
Auf Seite 2225: “Folgende Kraftfahrzeuge sind von den Verkehrsverboten nach §40 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetz auch dann ausgenommen, wenn sie nicht gemäß § 2 Abs. 1 mit einer Plakette gekennzeichnet sind: … 4. zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge, …”
8. Kosten
a – Wie hoch sind die Kosten für Steuern und Versicherungen für das TWIKE?
In Deutschland ist das TWIKE nach der Erstzulassung für fünf Jahre steuerfrei. Anschließend fallen jährlich 16,50 € an KFZ-Steuer an. Für die KFZ-Haftpflichtversicherung mit Vollkaskoversicherung (500,- € Selbstbeteiligung) sollten nicht mehr als 250,- € pro Jahr bezahlt werden.
In der Schweiz ist das TWIKE in den meisten Kantonen von der Fahrzeugsteuer befreit.
b – Mit welchen Betriebskosten muss man beim Einsatz des TWIKE rechnen?
Neben Versicherung, Steuern und Servicekosten entstehen auch betriebsbedingte Kosten.
Die Energiekosten betragen beim TWIKE ca. 1,- € bzw. in der Schweiz 1 CHF je hundert Kilometer. Das heißt, für eine Jahresstrecke von 10.000 km fallen gerade einmal 100 Euro an Energiekosten im Jahr an. Auch wenn die Strompreise weiter steigen – durch den geringen Verbrauch von ca. 5 kWh / 100 km fallen selbst Preissteigerungen für Strom von 10 % kaum ins Gewicht.
Zu einer Vollkostenkalkulation gehören auch die Rücklagen für neue Batterien. Dabei sind Austauschbatterien günstiger als beim Erstkauf, da das Gehäuse und die Elektronik wieder verwendet werden können.
Pro gefahrenen Kilometer sollte man unter normalen Bedingungen etwa 0,08 -0,15 € für neue Batterien zur Seite legen. (Die Schwankung hängt von der jährlichen Fahrleistung ab.)
Betriebskosten (Beispielrechnung, Preise (ca.) in € / CHF)
Energie für 10.000 km: 100 € / 100 CHF
Versicherung (HP+TK+VK (SB 500): 250 € / 400 CHF
KFZ-Steuer ab dem 6. Jahr: 17 € / kantonsabhängig, meist 0 CHF
Satz Reifen: 100 € / 160 CHF
Regelservice: 300 € / 500 CHF
Betriebskosten gesamt p.a.: 767 € / 1200 CHF
Betriebskosten je km: 0,08 € / 0,12 CHF
Die Jahreskosten sind vor allem abhängig von der Pflege und Nutzung des TWIKE.
Bei der Gesamtkalkulation sollten neben den finanziellen Aspekten auch die folgenden weichen Faktoren
Öko-Bilanz ++
CO2-Ausstoß ++
Parkplatzsuche ++
Fahrspaß ++
und beim TWIKE Active die positiven Auswirkungen des Fitnesstrainings berücksichtigt werden.
9. Service
a – Wie oft muss das TWIKE zum Service?
Es ist empfehlenswert, das TWIKE einmal pro Jahr oder spätestens alle 10.000km zu einem Service in ein TWIKE-Center zu bringen. Dabei wird das TWIKE gründlich durchgecheckt, Mängel behoben und das Fahrwerk geschmiert und wetterfest gemacht. Für Vielfahrer empfiehlt es sich, das TWIKE entweder vor oder nach dem Winter zusätzlich zu einem Schmierdienst in die TWIKE Werkstatt zu bringen.
b – Kann man das TWIKE auch selbst reparieren?
Das TWIKE ist eine innovative Neuentwicklung und hat als KFZ im Straßenverkehr einen hohen Sicherheitsstandard zu erfüllen. Der regelmäßige Service und Reparaturen sollten daher nur in einer anerkannten TWIKE Werkstatt vom geschulten Fachpersonal durchgeführt werden.
Ist ein TWIKE-Fahrer technisch versiert und die nächste TWIKE-Werkstatt weit entfernt, so kann er an einer Schulung teilnehmen, in der er einfache Wartungsarbeiten und leichte Reparaturen erlernt (wechseln von Sicherungen oder Reifen etc.).
10. Umwelt
a – Warum hat das TWIKE keine Solarzellen?
Die Fläche, die auf einem TWIKE für die Montage von Solarzellen zur Verfügung steht, ist gering. Sinnvoller ist es, Solarzellen auf das Haus- oder Garagendach zu montieren, und dort optimal auszurichten. Der eingespeiste Strom kann dann durch das TWIKE an der Stelle aus dem Netz gezogen werden, wo er gebraucht wird (Solarmobil im Netzverbund). Fünf Quadratmeter Solarzellen liefern den Strom, den man für eine jährliche Fahrtstrecke von 10.000 km benötigt.
Zusätzlich ist der Wirkungsgrad von Solarmodulen für den Einsatz auf dem TWIKE zu niedrig. Berechnungen haben gezeigt, dass bei der Nutzung aller auf dem TWIKE in Frage kommenden Flächen die Module gerade so viel Strom liefern, dass sie innerhalb einer Woche die Batterien voll laden.
Im Fahrbetrieb würde das heißen, dass man das TWIKE immer in der Sonne parken muss und daß es ohne Netzunterstützung nur einmal pro Woche gefahren werden kann.
b – Welche Umweltvorteile bringt das TWIKE?
Kein anderes vergleichbares Verkehrsmittel fährt so ressourcenschonend wie das TWIKE: der geringe Energieverbrauch von umgerechnet 0,5 Liter Benzin auf einhundert Kilometer ist kaum zu unterbieten.
Das TWIKE produziert keine Abgase in der Stadt, ist leise, verursacht keine Lärmbelästigungen und stößt bis auf den Abrieb der Reifen keinen Feinstaub durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern aus.
Das TWIKE verbraucht auf 100 km vier bis acht Klowattstunden Energie. Legt man den CO2-Emmissionsfaktor des derzeitigen deutschen Strommixes von 0,6 kg/kWh zu Grunde, so verursacht das TWIKE lediglich 24-28 g je Kilometer. Wird der Fahrstrom für das TWIKE aus erneuerbaren Energiequellen (über diverse Ökostromanbieter zu beziehen) gewonnen, verursacht das TWIKE je zurückgelegten Kilometer zwischen 2 und 5 Gramm CO2 pro Kilometer (Vergleich Toyota Prius: 104 g/km). Quelle: ifeu Institut Heidelberg,Greenpeace Ökostrom.
Wenn der zum Fahren benötigte Strom direkt aus Wind- oder Sonnenenergie gewonnen wird, entstehen auch bei der Stromerzeugung weder Abgase noch Feinstaub.
Die Bestandteile des TWIKE sind größtenteils vollständig recyclebar.
11. The TWIKE-Manufacturer – FINE Mobile GmbH
a – Wie und wo wird das TWIKE produziert ?
Die FINE Mobile GmbH produziert das TWIKE in einer industriellen Kleinserie in Hessen (D). Dabei wird das Prinzip der „virtuellen Fabrik“ verfolgt: In externen Industriebetrieben werden die einzelnen Komponenten gefertigt und bei der FINE Mobile zu Gruppen vormontiert. Die Baugruppen werden bei ausgewählten TWIKE Partnern nach Kundenwunsch zu fertigen Fahrzeugen aufgebaut. Durch diese Produktionsweise kann man dem Wunsch nach Individualität der Kunden und effizientem Kapitaleinsatz gerecht werden. Das TWIKE hat eine Lieferzeit zwischen 4 und 8 Monaten.
b – Gibt es auch gebrauchte TWIKEs?
Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, ein gebrauchtes TWIKE zu kaufen. Hierbei ist weniger das Alter (denn die Karosserie rostet nicht), als vielmehr der km-Stand, die Batterielaufleistung und natürlich der technische und optische Zustand (erfolgte Pflege und Wartung) wichtig. Auf der Internetseite http://www.twike.de werden gebrauchte TWIKEs angeboten. Bei Interesse an einem Fahrzeug wendet man sich am Besten an einen der TWIKE-Partner, da dieser das Fahrzeug optimal auf die Bedürfnisse des individuellen Fahrbetriebes anpassen und eventuelle Änderungswünsche berücksichtigen kann.