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TWIKE COMMANDER – das TWIKE geht online

Parallel zu den validierenden Testfahrten und den daraus folgenden Abstimmungen am TWIKE 5 haben wir in den vergangenen Wochen eine erste Funkstrecke zu unserem Fahrerprobungsträger in Betrieb genommen. Was heute zunächst die technische Grundlage für einen Fernzugriff schafft, könnte später zu einer neuen Schnittstelle zwischen TWIKE, Pilot und persönlicher Energieumgebung werden.

Während unser Fahrerprobungsträger Kilometer sammelt, entwickelt sich auch die digitale Infrastruktur des TWIKE 5 weiter.

In den vergangenen Wochen haben wir deshalb einen ersten AutoPi in den Fahrerprobungsträger integriert und damit eine mobile Datenverbindung zum Fahrzeug aufgebaut.

Der Versuchsaufbau ist noch ausgesprochen pragmatisch – Kabel, Antennen und Gateway liegen sichtbar zwischen den Sidesticks und der übrigen Versuchstechnik. Seine Aufgabe ist dafür umso interessanter: Er schafft erstmals eine Funkbrücke zwischen dem TWIKE 5 und der Außenwelt.

Zunächst einmal: die Funkstrecke

Der erste Schritt ist bewusst einfach.

Der AutoPi ist mit dem Fahrzeug verbunden und kann grundsätzlich Daten aus dem TWIKE auslesen und über Mobilfunk in die Ferne übertragen.

Genau diese Verbindung haben wir jetzt erstmals hergestellt.

Noch zeichnen wir darüber keine umfangreichen Messdaten auf und betreiben auch keine Ferndiagnose. Dafür müssen im nächsten Schritt zunächst die gewünschten Fahrzeugdaten, Schnittstellen und Anwendungen definiert und angebunden werden.

Aber die technische Grundlage steht:

Das TWIKE 5 hat erstmals einen eigenen Kommunikationsweg nach außen.

Bild: Erster AutoPi-Versuchsaufbau im Fahrerprobungsträger des TWIKE 5
Bild: Erster AutoPi-Versuchsaufbau im Fahrerprobungsträger des TWIKE 5

Vom Fernzugriff zum TWIKE Commander

Interessant wird diese Verbindung mit Blick auf die nächsten Entwicklungsschritte.

Über dieselbe technische Grundlage könnten künftig ausgewählte Fahrzeugdaten ausgelesen, übertragen und für unterschiedliche Anwendungen verfügbar gemacht werden.

Unser Arbeitstitel für diese mögliche Funktionsebene lautet:

TWIKE Commander.

Dabei denken wir ausdrücklich nicht daran, möglichst viele Funktionen nur deshalb ins Internet zu bringen, weil es technisch möglich ist.

Der Commander soll dort einen echten Nutzen schaffen, wo eine Verbindung zum Fahrzeug sinnvoll ist.

Denkbar wären beispielsweise Informationen über Lade- und Fahrzeugzustand, ausgewählte Verbrauchs- oder Fahrdaten, Diagnoseinformationen oder Funktionen rund um den Ladevorgang.

Welche davon tatsächlich sinnvoll sind und später Bestandteil eines möglichen Serienpakets werden, möchten wir nicht allein am Schreibtisch festlegen. Technische Möglichkeiten, unsere eigenen Vorstellungen und vor allem die Anforderungen unserer zukünftigen Piloten sollen dabei zusammenfinden.

Kein IT-Projekt für den Piloten

Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig.

Wenn TWIKE einen Commander als Option anbietet, sollte der Kunde daraus kein eigenes IT-Projekt machen müssen.

Ein mögliches Grundpaket müsste deshalb bereits einen klaren und unmittelbar nutzbaren Funktionsumfang mitbringen. Idealerweise ist die technische Installation bereits erledigt und der Pilot richtet lediglich seinen persönlichen Zugang ein.

Einloggen. Zugang einrichten. TWIKE verbinden.

Fertig.

Gerade beim Zusammenspiel mit Energie wird es anschließend jedoch schnell individueller.

Der eine lädt einfach an seiner Wallbox. Der nächste möchte möglichst viel eigenen Solarstrom verwenden. Ein anderer besitzt bereits einen einfachen Stromzähler, einen Energiemanager oder eine bestehende Hausautomation und möchte deren Informationen berücksichtigen.

Hier möchten wir bewusst zwei Ebenen unterscheiden.

TWIKE liefert die Basis – Erweiterungen bleiben offen

Das Grundpaket sollte unabhängig von zusätzlicher Hausautomation funktionieren und bereits für sich einen echten Nutzen bieten.

Wer darüber hinausgehen möchte, könnte den Commander später mit weiteren Komponenten seiner persönlichen Energieumgebung verbinden.

Ein denkbares Beispiel wäre die Einbindung eines vorhandenen Stromzählers oder Energiemesssystems. Damit könnte das TWIKE perspektivisch erkennen, wann im Haus ein Überschuss an selbst erzeugter Energie zur Verfügung steht und diesen gezielter zum Laden oder zwischenspeichern nutzen.

TWIKE muss dafür nicht jedes denkbare Smart-Home-System selbst integrieren.

Stattdessen könnten wir bewährte Schnittstellen und Komponenten empfehlen und gleichzeitig eine offene Erweiterungsebene schaffen, auf der technisch interessierte Piloten zusätzliche Lösungen entwickeln und Erfahrungen miteinander teilen können.

Das Grundsystem bleibt einfach – wer mehr möchte, bekommt Raum dafür.

Fahrzeug, Energie und Pilot zusammendenken

Genau hier wird das Thema für uns besonders interessant.

Das TWIKE 5 ist von Grund auf auf einen sehr niedrigen Energieverbrauch ausgelegt. Die nächste logische Frage lautet deshalb nicht nur:

Wie viel Energie benötigt das Fahrzeug?

Sondern zunehmend auch:

Wann steht diese Energie zur Verfügung und wie intelligent können wir sie nutzen?

Ein Fahrzeug mit vergleichsweise geringem Energiebedarf lässt sich wesentlich leichter in eine dezentrale Energieversorgung integrieren als eines mit sehr hohem Verbrauch.

Damit könnte der TWIKE Commander langfristig mehr sein als nur eine Fernverbindung zum Fahrzeug.

Er könnte zu einer Schnittstelle zwischen Mobilität, Energie und dem persönlichen Alltag seines Piloten werden.

Der erste Schritt funkt bereits

Noch steht am Anfang dieser Entwicklung nicht die fertige Funktionsliste, sondern die technische Verbindung.

Der aktuell im Fahrerprobungsträger eingesetzte AutoPi bildet dafür unsere erste Versuchsbasis. Welche Daten wir darüber zukünftig nutzen, welche Funktionen daraus entstehen und wie ein späterer TWIKE Commander konkret in das Serienfahrzeug integriert wird, werden wir in den nächsten Entwicklungsschritten herausarbeiten.

Die Funkstrecke selbst funktioniert bereits.

Und damit können wir jetzt beginnen, die entscheidende Frage zu beantworten:

Was sollte ein TWIKE Commander für Euch wirklich können?

Let’s TWIKE!

Bildquelle: AutoPi – AutoPi CAN-FD Pro

Ein Kommentar

  1. Ich wuensche mir die Uebertragung der Geodaten i.S. eines trackers. Dann weiss ich wo mein TWIKE ist und wie schnell es faehrt. Es gibt solche bereits ohne Simkarte. (Onntrack)

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