Mit der TWIKE-HV-Batterie (HV steht für Hochvolt) rückt eine der wichtigsten – und zugleich schwersten – Komponenten des TWIKE 5 einen Schritt näher an die Serienproduktion.
Letzte Woche hat sich das Team die Batteriebaugruppe noch einmal gezielt aus der Perspektive der zukünftigen Produktion angesehen. Die Stückliste wurde erneut überprüft, Materialentscheidungen wurden neu bewertet und zusätzliche Preisangebote eingeholt. Gleichzeitig haben wir die ersten Bereiche in den dafür vorgesehenen Produktionsräumen vorbereitet und den geplanten Arbeitsablauf mit den Mechanikern besprochen.
Das Ziel ist hier nicht nur, eine funktionierende Batterie zu bauen. Entscheidend ist, sie als Grundlage für die Entwicklung eines klaren, wiederholbaren und möglichst einfachen Montageprozesses für die spätere Serienmontage zu nutzen.

Zwei Stränge, eine starre Sandwichkonstruktion
Die TWIKE-HV-Batterie besteht aus zwei parallel geschalteten Strängen mit jeweils acht VDA-Batteriemodulen. Acht Module bilden die 20-kWh-Version, während die 40-kWh-Version aus insgesamt 16 Modulen besteht.
Wenn die große Batterie vollständig zusammengebaut ist, wiegt sie etwa 200 kg und nimmt mit einer Fläche von etwa einem Quadratmeter ziemlich viel Platz ein.
Konstruktiv ist die Batterie wie eine Art Sandwich aufgebaut: Die Batteriemodule sind zwischen Metallplatten angeordnet und miteinander verschraubt, sodass eine starre Baugruppe entsteht. Wenn diese Baugruppe später in die Rohkarosserie eingebaut wird, wird sie zusätzlich gesichert.
Auf diese Weise sorgt die Batterie für eine zusätzliche Versteifung des Fahrzeugs – und gleichzeitig gewinnt das Batterie-Sandwich durch seine Integration in die Fahrzeugstruktur an Stabilität.

Montage komplett bei Rosenthal
Die TWIKE-HV-Batterie soll komplett in unserem Werk in Rosenthal montiert werden.
Die aktuellen Tests konzentrierten sich daher auf praktische Fragen wie: In welcher Reihenfolge werden die einzelnen Teile montiert? Wie lässt sich die fast 200 kg schwere Baugruppe sicher handhaben? Wo sollte sie vormontiert werden, um unnötige Transportwege zu vermeiden?
Gerade weil die HV-Batterie die schwerste Baugruppe im Fahrzeug ist und zudem viel Platz einnimmt, war uns ein kurzer Transportweg besonders wichtig.
Nach einer gemeinsamen Besichtigung wurde der geplante Standort für die Vormontage in unmittelbarer Nähe des künftigen Endmontagebereichs bestätigt.
Explosionszeichnungen als Montagehilfen
Unser neues CAD-Tool Onshape hat zudem erstmals in der Praxis gezeigt, wie es den anschließenden Produktionsprozess unterstützen kann.
Aus dem aktuellen Modell lassen sich Explosionszeichnungen erstellen, mit denen sich die einzelnen Montageschritte und die Positionierung der Bauteile viel einfacher veranschaulichen lassen. Solche Ansichten können später dabei helfen, Montageabläufe, Arbeitsanweisungen und Schulungen übersichtlich zu strukturieren.
Klär erst die Details ab, dann gib die Bestellung auf
Auch wenn die Entwicklung der Batteriebaugruppe einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht hat, wollen wir mit der Bestellung einzelner Komponenten nichts überstürzen.
Gleichzeitig arbeiten wir daher weiter daran, die Details für andere Baugruppen des TWIKE 5 in Bezug auf Stücklisten, Materialauswahl, Lieferanten und Preise festzulegen. Das Ziel bleibt weiterhin, nicht nur die einzelnen Teile optimal zu beschaffen, sondern auch den gesamten Produktionsanlauf sinnvoll und effizient vorzubereiten.
Mit der TWIKE-HV-Batterie haben wir nun eine Komponente, bei der dieser Übergang von der Entwicklung zur Serienfertigung ganz deutlich zu erkennen ist.
Vom CAD-Modell über die Stückliste bis hin zum vorbereiteten Montagearbeitsplatz in Rosenthal.